Institutionen

Urner Alpkäsegenossenschaft

Die Urner Alpkäsegenossenschaft ist ein Zusammenschluss von rund 30 Alpkäseproduzenten aus Uri. Die Genossenschaft wurde 1996 als Selbsthilfeorganisation gegründet. Heute werden auf den Urner Alpen insgesamt rund 200 Tonnen Käse produziert, die im Käsehandel, in der Gastronomie, in Fachgeschäften, aber auch im privaten Handel einen guten Absatz finden. Urner Alpkäse ist auch bei den Grossverteilern erhältlich. Fast 50 Tonnen werden durch die Urner Alpkäsegenossenschaft vermarktet.

Die beiden Korporationen

In Uri gibt es zwei Korporationen: Die Korporation Uri umfasst die 17 Gemeinden zwischen Sisikon und Göschenen. Zur Korporation Ursern gehören Andermatt, Hospental und Realp. Nach vorsichtiger Schätzung besitzen die beiden Korporationen zusammen 85 Prozent der Oberfläche Uris. Zu ihrem Eigentum zählen fast alle Alpweiden und der grösste Teil des Waldes. Neben diesen produktiven Flächen gehören den Korporationen jedoch vorwiegend Felsen, Schutthalden und Gletscher. Die Korporationen sind öffentlich-rechtliche Körperschaften mit eigener Gesetzgebung. Ihre Aufgaben sind vielfältig: An erster Stelle steht die Verwaltung und Pflege des umfangreichen Grundbesitzes – vornehmlich der Alpen und Wälder.

Obwohl die Leistungen der Korporationen zu einem grossen Teil der Landwirtschaft zugute kommen, nehmen sie noch viele andere Aufgaben wahr. So stellen sie die ausgedehnten Wälder, Alpweiden und Berggipfel als Touren- und Wandergebiet sowie als Zone der Ruhe und Erholung zur Verfügung.

Die Allgemeinheit profitiert zudem davon, dass die beiden Korporationen öffentliche Werke finanzieren und fördern. Sie leisten Beiträge an Alp- und Bodenverbesserungsprojekte, an Strassen und Wege, Aufforstungen, Wasser- und Stromversorgungen, an Seilbahnen und andere touristische Anlagen. Auch kulturelle und sportliche Veranstaltungen, Forschungsprojekte sowie Ausstellungen dürfen auf die Unterstützung der Korporationen zählen. Die Korporation Uri übernimt auch soziale Aufgaben, ist sie doch Miteigentümerin des Alters- und Pflegeheims Rosenberg in Altdorf.

Korporationsbürger wird man durch Abstammung. Heute zählt die Korporation Uri rund 22'000, die Korporation Ursern 1000 Korporationsbürgerinnen und -bürger. Bis 1991 hatten allein die Männer das Sagen. Seither besitzen auch die Frauen das volle Stimm- und Wahlrecht. Stimm- und nutzungsberechtigt sind jedoch nur jene, die ihren Wohnsitz im jeweiligen Korporationsgebiet haben.

Die Urner Korporationsbürger treffen sich alle zwei Jahre zur Korporationsgemeinde, die Urschner jedes Jahr. Mindestens einmal im Jahr treffen sich die Bürger zur jeweiligen Korporationsbürgergemeinde. Diese erlässt Rechtsvorschriften und verabschiedet den Voranschlag und die Rechnung. Sie wählt den Korporationsbürgerrat sowie die Vertreter der Gemeinde in den Korporationsrat. Der Korporationsbürgerrat ist mit dem Gemeinderat der einzelnen Einwohnergemeinden zu vergleichen und besteht aus fünf bis sieben Mitgliedern. Er vollzieht Beschlüsse der Korporationsbürgerversammlung, verwaltet und nutzt die Waldungen und die Rinderhirten.

Die Korporation Ursern und die Landwirtschaft

Die Korporation Ursern ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und wird aus der Gesamtheit der Talbürgerinnen und Talbürger gebildet. Das Hoheitsgebiet der Korporation Ursern umfasst eine Fläche von rund 175 Quadratkilometern und erstreckt sich über die drei Gemeinden Andermatt, Hospental und Realp. Sie ist mit knapp 93 Prozent die weitaus grösste Grundeigentümerin im Tal. Der Besitz reicht von Alpen und Wäldern über Felsen und Gletscher bis hin zu Bächen und Bergseen.

Das Vorrecht, die Weiden der Korporation Ursern zu nutzen, steht allen in Ursern wohnhaften Talbürgern zu. Sie benötigen dazu nicht – wie bei der Korporation Uri – ein Alprecht. Nur beim erstmaligen Viehauftrieb müssen sie sechs Monate im Voraus die Zahl der aufzutreibenden Tiere bekannt geben. Diese Pflicht besteht auch für Älpler, wenn die Anzahl des aufzutreibenden Viehs mehr als 30 Prozent höher oder tiefer ist als im Vorjahr. Soweit es alpwirtschaftlich vertretbar ist, kann auch Nichttalbürgern, die im Tal wohnen, eine Weidnutzung erteilt werden. Sie erhalten nach dreijährigem Viehauftrieb ebenfalls ein gewährleistetes Weidenutzungsrecht.

Landwirtschaftliche Nutzung und das damit verbundene Einkommen waren für das Urserntal über Jahrhunderte von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Im Zuge dieser Nutzung wurde das landschaftliche Bild des Urserntales geformt und Waldgebiet wich Weideflächen. In jüngerer Zeit lässt sich allerdings beobachten, dass die landwirtschaftliche Nutzung des Urserntales rückläufig ist und die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe schwindet.

Bauernverband Uri

Der Bauernverband Uri ist eine Kantonssektion des Schweizerischen Bauernverbandes und zählt rund 600 Mitglieder. Er vertritt seit mehr als 100 Jahren aktiv die politischen und wirtschaftlichen Interessen der Urner Land- und Alpwirtschaftsbetriebe gegenüber den verschiedenen Organi­sationen, dem Kanton und dem Bund.